Widerrufen

Wann eine Vollmacht genau endet, hängt von ihrem Inhalt ab. Der Vollmachtgeber kann die Dauer entweder zeitlich befristen oder ihr Ende von einer bestimmten Handlung abhängig machen. In beiden Fällen endet die Vollmacht dann automatisch. Soll diese vorzeitig beendet werden, dann muss die Vollmacht widerrufen werden.

Aus welchen Gründen sollte man eine Vollmacht widerrufen?

Jede Vollmacht stellt ein sehr tiefes Vertrauensverhältnis zwischen dem Bevollmächtigten und dem Vollmachtgeber dar. Wird dieses wichtige Verhältnis aus irgendwelchen Gründen gestört, dann sollte die Vollmacht widerrufen werden. Ein Widerruf der Vollmacht ist ebenfalls vonnöten, falls eine berufliche Verbindung zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer beendet wird. Vollmachten enden nicht automatisch, wenn der Vollmachtgeber stirbt. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass die Erben, auf die die Rechte übergehen, die Vollmacht widerrufen. Es gibt auch spezielle Vollmachten, die unwiderruflich sind. Ein Widerruf ist im klassischen Sinne nicht möglich. Eine solche Vollmacht kann durch einen triftigen Grund aber angefochten werden. Zusätzlich gibt es noch Vollmachten, die nicht widerrufen werden müssen, weil sie bereits von ich aus erloschen sind. Zu dieser Gruppe gehören Bevollmachtungen, die nur einem einmaligen oder bestimmten Zweck dienen.

Wie wird eine Vollmacht genau widerrufen?

Für den Widerruf einer Vollmacht gilt folgender Grundsatz: Der Widerruf muss stets im Rückwärtsgang erfolgen. Das bedeutet, so wie die Vollmacht erteilt wurde, muss sie auch wieder zurückgenommen werden. Wurde eine Bevollmachtung schriftlich erteilt, dann ist ein mündlicher Widerruf unzulässig. Handelt es sich um eine Vollmacht, bei der eine besondere Form vorausgesetzt wird, dann muss diese ebenfalls entsprechend widerrufen werden. Beim Widerruf einer Prokura (Handelsvollmacht) ist eine Eintragung im Handelsregister erforderlich. Handelt es sich um eine Vollmacht, die gegenüber einem Dritten erklärt wurde, dann muss sich der Widerruf auch an diesen richten. Ein solcher Fall wird als das Erlöschen im Außenverhältnis bezeichnet. Wird der Widerruf nicht gegenüber dem Dritten erklärt, dann kann dieser die Bevollmachtung weiterhin nutzen.

Generell sollte der Widerruf stets in schriftlicher Form erfolgen. Beweisschwierigkeiten wie bei einem mündlichen Widerruf können dadurch zuverlässig vermieden werden. Im schriftlichen Widerruf müssen der Name, die Anschrift, das Geburtsdatum sowie der Geburtsort vom Vollmachtgeber und vom Bevollmächtigten enthalten sein. Des Weiteren gehören das Datum der Erteilung und das Datum des Widerrufs zur schriftlichen Form. Besonders wichtig: Der Vollmachtnehmer sollte dem Vollmachtgeber im Anschluss an den Widerruf die Originalvollmacht aushändigen. Die Forderung auf Herausgabe gehört auch zu den Inhalten der schriftlichen Form. Den schriftlichen Widerruf müssen sowohl der Vollmachtgeber als auch der Vollmachtnehmer unterschreiben. Eine Begründung für den Widerruf einer Vollmacht ist nicht zwingend notwendig.

Welche Folgen gibt es?

In den meisten Fällen wird der Widerruf vom Bevollmächtigten unterzeichnet und somit wirksam. Die Bevollmachtung erlischt endgültig. Die meisten Arten von Bevollmachtungen können auf diese Art in kurzer Zeit widerrufen werden. Handelt es sich um eine unwiderruflich erteilte Vollmacht, dann ist ein Widerruf nicht möglich. In einem solchen Fall muss die Bevollmachtung auf jeden Fall angefochten werden. Dies ist zum Beispiel aufgrund einer vorliegenden Täuschung oder eines Irrtums möglich. Die Anfechtung stellt ebenfalls eine Kundgabe eines Willens dar und wird einseitig erklärt. In der Konsequenz wird das Rechtsgeschäft nichtig.